Wenn du mit einer Homepage Geld verdienen möchtest, dann stellt sich die Frage: Muss ich mich selbstständig machen? Sobald du durch Werbung oder Partnerprogramme auf deiner Internetseite Einnahmen erzielst, bist du automatisch als Selbstständiger tätig, was einen Gewerbeschein notwendig macht. Doch keine Sorge! All die Formalitäten, die zur Existenzgründung dazugehören, sind halb so schlimm, wie sie anfangs erscheinen. Außerdem ist Selbständigkeit ein weiter Begriff, denn man kann sowohl hauptberuflich als auch nebenberuflich selbstständig sein. Eine nebenberufliche Selbstständigkeit ist vor allem am Anfang ratsam. Um ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen, muss man seine Geschäftsidee zunächst Schritt für Schritt aufbauen und alle wichtigen Vorbereitungen treffen. Deshalb ist es zu Beginn der Karriere als Selbstständiger oder Selbstständige gut, sein bisheriges berufliches Standbein beizbehalten und die Selbständigkeit nebenher zu betreiben. Wer also weiterhin Einnahmen durch seinen alten Job erzielt und nebenberuflich selbständig ist, kann die Zeit optimal überbrücken, bis das Unternehmen so viel Geld abwirft, dass man als Existenzgründer davon leben kann. Im Folgenden findest du Tipps und Infos bezüglich aller wichtigen Fragen zum Thema Selbständigkeit im Internet.

Die Geschäftsidee

Der erste Schritt zur Selbstständigkeit ist natürlich die Geschäftsidee. Wenn du dich dafür entscheidest, mit der eigenen Homepage im Internet Geld zu verdienen, ist dies eine ideale Möglichkeit, mit geringem Risiko an die Selbständigkeit heranzugehen. Eine eigene Homepage zu einem interessanten, viel gesuchten Thema ist eine Geschäftsidee, die dir eine freie Zeiteinteilung ermöglicht, sodass du hauptberuflich weiter einer anderen Tätigkeit nachgehen kannst. Außerdem benötigst du wenig Eigenkapital, da dir viele kostenlose Möglichkeiten zur Realisierung deiner Internetseite zur Verfügung stehen. Und drittens ist die eigene Homepage eine Geschäftsidee, die wie kaum eine andere ausbaufähig ist, sodass sie von einem netten Nebenverdienst bis zur lukrativen Haupteinnahmequelle anwachsen kann.

Planung bzw. Businessplan

Bevor man zur konkreten Realisierung seiner Geschäftsidee schreitet, sollte man sich Gedanken über die Planung der Selbständigkeit machen. Was ist mein Ziel? Wie will ich es erreichen? Welche realistischen Chancen hat mein Plan, wirklich erfolgreich zu werden? Optimal, um sich diese Fragen und ihre Antworten selbst ganz ehrlich vor Augen zu führen, ist ein Businessplan. Falls du für deine Existenzgründung Fördergelder oder einen Kredit beantragen willst, ist es ohnehin notwendig, einen solchen Businessplan zu erstellen. Aber auch, wer nebenberuflich selbständig arbeiten möchte, tut sich selbst einen großen Gefallen, eine genaue Planung seines Vorhabens vorzunehmen. Bei einem Businessplan gibt es 10 Punkte zu beachten:

  1. Zusammenfassung der Planung
  2. Angaben zum Gründer
  3. Vorstellung der Geschäftsidee
  4. Angaben zum Markt und zur Konkurrenz
  5. Planung von Marketing und Werbung
  6. Evtl. Angaben zu Mitarbeitern
  7. Nennung von Chancen und möglichen Risiken
  8. Angaben zum Eigenkapital oder zur Finanzierung
  9. Zukunftsplanung mit Zielsetzungen in Etappen
  10. Anhang mit Lebenslauf u.a.

Ausgangssituation der Existenzgründung

Wer sich selbständig machen will, der sollte nicht nur überlegen, ob die Selbstständigkeit nebenberuflich oder hauptberuflich sein soll. Es kommt auch darauf an, wer sich in welcher Lebenssituation selbständig macht. So gibt es zum Beispiel immer mehr Schüler und Studenten, die das Internet nutzen, um sich mit eigenen Ideen auf eigenen Websites Einnahmen zu sichern. Auch für minderjährige Schüler gilt: Jeder, der selbständig Geld mit Werbeeinnahmen verdient, muss ein Gewerbe anmelden. Wenn du unter 18 bist, müssen dazu beide Elternteile ihr schriftliches Einverständnis erteilen. Außerdem ist für Schüler oder Studenten, die selbstständig im Internet Geld verdienen, wichtig zu wissen, dass es Einkommensgrenzen für den Kindergeldanspruch und die kostenlose Versicherung in den Familienversicherungen gibt. Wer also zu viel Geld verdient, der kann diese Ansprüche verlieren. Deshalb nutzen viele Schüler und auch Studenten die Möglichkeit, ihr Unternehmen auf ein Familienmitglied, vorzugsweise ein Elternteil, anzumelden. Auch für Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Selbstständigkeit anstreben gibt es bestimmte Aspekte zu beachten – so zum Beispiel die Zuverdienstgrenzen beim Arbeitslosengeld I oder II. Übersteigt der Verdienst aus der Selbstständigkeit zudem 400 Euro im Monat, muss man als Empfänger von Arbeitslosengeld seine Krankenversicherung selbst übernehmen. Was wie Nachteile klingt, birgt jedoch auch viele Vorteile, um die Arbeitslosigkeit erfolgreich zu überwinden. Deshalb ist es, wenn du aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig werden willst, ratsam, einen Termin mit deinem Berater zu vereinbaren. Eine weitere Ausgangssituation für Existenzgründer ist die nebenberufliche Selbstständigkeit, während der alte Job beibehalten wird. Auch in diesem Fall muss man, solange man nicht freiberuflich tätig ist, ein Gewerbe anmelden.

Die zu wählende Rechtsform für Selbstständige

In diesem Artikel war schon häufiger von Gewerbe oder freiberuflicher Tätigkeit die Rede. Was genau ist da der Unterschied? Und welche Rechtsform sollte ich als Selbstständiger oder Selbstständige wählen, wenn ich mit eigener Homepage Geld verdienen will?

Was sind Freiberufler?

Als Freiberufler muss man kein Gewerbe anmelden und besitzt gewisse steuerliche Vorteile (z.B. keine Gewerbesteuer). Doch dafür ist diese Art der Selbstständigkeit an gewisse Bedingungen geknüpft. So muss ein Freiberufler eine kreative Arbeit verrichten, z.B. eine wissenschaftliche, künstlerische oder schriftstellerische Tätigkeit. Er muss zudem die Leistungen, für die er ein Honorar erhält, selbst erbringen. Und außerdem darf ein Freiberufler nichts verkaufen, auch keine Werbeflächen auf seiner Homepage. Das ist der Knackpunkt, der es in unserem Fall – dem Geldverdienen mit eigener Homepage – ratsam macht, auf den Status Freiberufler zu verzichten und besser eine Gewerbeanmeldung vorzunehmen.

Ein Gewerbe anmelden

Eine Homepage erfüllt, wenn ich dort Werbung platziere, den Aspekt der Gewinnerzielungsabsicht und diese Absicht macht rein rechtlich einen Gewerbeschein notwendig. Das gilt sowohl für nebenberufliche als auch für hauptberufliche Einnahmen. Die Anmeldung eines Gewerbes ist ganz einfach. Dazu brauchst du bloß ins örtliche Gewerbeamt zu gehen und nichts weiter als deinen Personalausweis mitbringen.

Finanzamt und Steuern

Nach der Gewerbeanmeldung erhältst du automatisch innerhalb weniger Wochen ein Schreiben vom Finanzamt. Dabei handelt es sich um einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Falls du Hilfe beim Ausfüllen dieses Formulars benötigst, findet du online praktische Tipps.

Welche Steuern muss ich zahlen, wenn ich selbständig im Internet tätig bin?

Einkommenssteuer

In der Einkommenssteuererklärung kannst du als Selbstständiger viele Kosten absetzen. Der Freibetrag liegt bei 8004 Euro. Das heißt, wenn dein Gewinn unter diesem Betrag liegt, musst du keine Einkommenssteuer zahlen. Absetzbar bei einer Selbstständigkeit mit eigener Internetseite sind z.B. Kosten für Telefon, Computer, Arbeitszimmer, Versicherungen, Kinderbetreuung, evtl. Auto u.v.m.

Umsatzsteuer

Ob du als Selbstständiger Umsatzsteuer ans Finanzamt entrichten musst, hängt von deinen Einnahmen ab. Bei Einnahmen von weniger als 17.500,- Euro im Jahr kannst du die Regelung für Kleinunternehmer in Anspruch nehmen. In diesem Fall bist du von der Umsatzsteuer befreit. Das heißt aber, dass du von deinen Ausgaben nicht die Mehrwertsteuer absetzen darfst und auch keine Mehrwertsteuer auf deinen eigenen Rechnungen ausweisen darfst.

Gewerbesteuer

Mit der Gewerbeanmeldung besteht gleichzeitig eine Gewerbesteuerpflicht. Allerdings müssen Selbstständige nur dann tatsächlich Gewerbesteuer zahlen, wenn ihr Gewinn über 24.500 Euro im Jahr beträgt. Ist dies bei Selbstständigen der Fall, dann wird auch nur die Summe besteuert, welche den Freibetrag von 24.500 Euro überschreitet.

Tipp zum Thema Finanzamt und Selbstständigkeit

Wer auf die Unterstützung eines Steuerberaters verzichten will und seine Steuererklärungen selber machen möchte, der muss sich im Elster Programm anmelden. Dieses Programm wird vom Finanzamt zur Verfügung gestellt und ermöglicht die unkomplizierte, garantiert sichere, elektronische Übertragung aller steuerlichen Formulare. Außerdem gibt es bei Elster viele Hilfen, wie die Formulare korrekt auszufüllen sind, sodass man sich vor allem als Kleinunternehmer die Kosten für einen Steuerberater sparen kann.

Versicherungen

Für einen selbstständigen Unternehmer im Internet ist es natürlich auch wichtig, versichert zu sein. Vor allem die Krankenversicherung ist ein Muss. Solltest du also nicht mitversichert sein, etwa über deine Familie oder den Arbeitgeber, so ist es notwendig, sich selbst um eine Krankenversicherung zu kümmern. Hier bieten Vergleichsportale eine Möglichkeit, bei der Wahl der Versicherung viel Geld bei gleichem Leistungsangebot zu sparen. Außer der Krankenversicherung gibt es noch die ein oder andere weitere Versicherung, die für Selbstständige zu empfehlen ist: So zum Beispiel eine Haftpflichtversicherung oder eine private Altersvorsorge.